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Praxiskommunikation 3. April 2026 · 8 Min. Lesezeit

Praxiskommunikation 2026: Warum Fax und Telefon Ihr Labor Aufträge kosten

Verlorene Faxe, unbeantwortete Anrufe, doppelte Rückfragen. Die Kommunikation zwischen Praxis und Labor ist ein Desaster — und es kostet Sie bares Geld.

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GetDent Redaktion

Experten für Praxis-Labor-Kommunikation

2026. Ihr Labor empfängt noch Faxe. Ernsthaft.

Irgendwo in Deutschland steht gerade ein Faxgerät. Es rauscht, piept, zieht Thermopapier ein — und spuckt einen Auftrag aus, der entweder sofort unter einem Stapel verschwindet oder, wenn Sie Glück haben, auf dem richtigen Schreibtisch landet. Wahrscheinlich haben Sie Glück. Manchmal.

Das Fax ist nicht tot. Es ist schlimmer als tot — es ist ein Zombie, der sich hartnäckig weigert zu verschwinden. Laut Bundesnetzagentur wurden 2024 noch immer über 2 Millionen Faxnachrichten täglich in Deutschland verschickt. Ein Großteil davon geht durch Arztpraxen, Krankenhäuser und, ja, Dentallabore. Der Rest der Welt schüttelt verwundert den Kopf. Deutschland faxt.

Und das Telefon? Das ist nicht besser. Der Zahnarzt ruft an, die Rezeptionistin nimmt ab, notiert etwas auf einem Zettel, gibt ihn weiter — der Auftrag landet irgendwo zwischen Mittagspause und Nachmittagsbesprechung. Drei Tage später ruft die Praxis wieder an: “Wir haben noch keine Bestätigung bekommen.” Kennen Sie das?

Natürlich kennen Sie das. Jedes Labor kennt das.


Was ein verlorener Auftrag wirklich kostet

Reden wir über Zahlen, weil die meisten Laborinhaber diesen Schmerz zwar spüren, ihn aber nie wirklich durchgerechnet haben.

Ein durchschnittlicher Zahnersatz-Auftrag — sagen wir eine Krone mit Modell und Einprobe — bringt zwischen 180 und 350 Euro Laboranteil, je nach Versorgungsart und Material. Verliert Ihr Labor pro Woche nur zwei Aufträge durch Kommunikationschaos — ein Fax das niemand gesehen hat, ein Rückruf der ausbleibt, eine Bestellung die dreimal nachgefragt werden muss bis die Praxis das Vertrauen verliert — dann reden wir über:

ZeitraumVerlorene AufträgeEntgangener Umsatz
Pro Woche2ca. 520 Euro
Pro Monat8ca. 2.080 Euro
Pro Jahr~100ca. 26.000 Euro

Und das ist nur der direkte Umsatzverlust. Was nicht in dieser Tabelle steht: die Zeit Ihrer Mitarbeiter. Jede Rückfrage kostet durchschnittlich 8–12 Minuten — Telefonat, Nachschlagen, Notiz, Rückruf. Bei 15 Rückfragen pro Woche sind das rund 2,5 Stunden verschenkte Arbeitszeit. Jede Woche. 52 Wochen im Jahr. Rechnen Sie sich das selbst aus.

Ein verlorener Auftrag kostet nicht nur den Umsatz — er kostet das Vertrauen. Und Vertrauen baut eine Zahnarztpraxis in Jahren auf, verliert sie aber in Wochen.

Das Heimtückische: Die meisten Labore merken gar nicht genau, wie viele Aufträge sie verlieren. Was man nicht trackt, sieht man nicht. Der Zahnarzt wechselt still das Labor, weil “die Kommunikation einfach nicht stimmt”. Kein Drama, keine Kündigung — er gibt den nächsten Auftrag einfach woanders hin.


Die typische Kommunikationskette: Ein Trauerspiel in fünf Akten

Lassen Sie uns den Ablauf einmal ehrlich aufschreiben, so wie er in vielen Laboren täglich passiert:

Montag, 8:47 Uhr. Das Faxgerät empfängt einen Auftrag von Praxis Dr. Müller. Zettel landet auf dem Eingangsstapel. Die Helferin die normalerweise einträgt ist noch nicht da.

Montag, 11:15 Uhr. Zettel wird eingetragen — handschriftlich, in die Excel-Tabelle (ja, die Excel-Tabelle). Patient: “Schneider”. Auftrag: “Krone 36, VMK, Einprobe Di 14 Uhr”. Lieferdatum: unleserlich.

Dienstag, 09:30 Uhr. Die Praxis ruft an. “Haben Sie unseren Auftrag bekommen?” Ja. “Wann ist die Einprobe?” Kurze Suche. “Heute um 14 Uhr.” “Ah, gut. Und das Modell?” “Welches Modell?” Stille.

Dienstag, 11:00 Uhr. Das Modell lag noch in der Faxmappe. Zweite Seite des Faxes. Hatte niemand gesehen.

Mittwoch, 08:00 Uhr. Die Krone ist fertig, aber der Zahnarzt kommt um 14 Uhr — und niemand hat ihm mitgeteilt, dass die Einprobe auf Mittwoch verschoben werden muss, weil das Modell zu spät ankam. Er wartet in seiner Praxis. Der Patient sitzt im Stuhl. Das Labor weiß von nichts.

Dieser Ablauf ist keine Übertreibung. Das ist der Alltag in Laboren, die noch auf Fax und Telefon setzen. Das Schlimmste daran: Alle Beteiligten sind kompetent und wollen es richtig machen. Das System scheitert, nicht die Menschen.


Digitale Alternativen: Was heute möglich ist

Die gute Nachricht: Die Lösungen existieren. Sie sind keine Zukunftsmusik — sie laufen bereits in moderneren Laboren.

Praxis-Portale

Das Konzept ist einfach: Die Zahnarztpraxis meldet sich in einem webbasierten Portal an und gibt Aufträge direkt digital ein. Auftrag, Patient, Zahnschema, Materialwunsch, Lieferdatum — alles strukturiert, alles sofort im Labor-System. Kein Fax, kein Zettel, kein Interpretationsspielraum.

Das Labor sieht den Auftrag sofort nach Eingang. Die Praxis sieht sofort eine Eingangsbestätigung. Keine Rückfrage “Haben Sie das bekommen?”.

Scanner-Upload und digitale Abdrücke

Praxen die mit Intraoralscannern arbeiten, können digitale Abdrücke direkt übermitteln. Kein Gipsmodell per Kurierdienst, kein Risiko dass es unterwegs kaputt geht. Der Scan ist in Minuten im Labor.

Das funktioniert aber nur wenn das Labor technisch angebunden ist. Wer noch auf analoge Annahme setzt, kann diese Daten nicht empfangen.

Automatische Statusupdates

Einer der häufigsten Anrufgründe von Praxen: “Wo ist mein Auftrag?” Wenn ein digitales System den Auftragsstatus trackt — eingegangen, in Bearbeitung, Einprobe bereit, versendet — kann die Praxis das jederzeit selbst einsehen. Ohne Anruf. Ohne dass eine Mitarbeiterin im Labor nachschauen und zurückrufen muss.

Direkte Kommunikation über Chat

Statt Telefonkette: eine einfache Chat-Funktion direkt im Portal. Die Praxis schreibt: “Bitte Schattierung A2 statt A3.” Das Labor antwortet: “Verstanden, wird angepasst.” Alles dokumentiert, alles nachvollziehbar. Kein “das hat so keiner gesagt”.


Case Study: 70% weniger Kommunikationsaufwand

Ein mittelständisches Dentallabor in Norddeutschland — 12 Mitarbeiter, rund 280 aktive Praxiskunden — hat 2024 ein digitales Praxisportal eingeführt. Die Zahlen nach sechs Monaten:

KennzahlVorherNachher
Eingehende Anrufe pro Tag3411
Rückfragen pro Auftrag1,80,3
Fehlübertragungen (falsche Daten)~8 pro Woche~1 pro Woche
Zeit für Auftragserfassung6–8 Min.1–2 Min.
Praxen die digital einreichen0%67%

Die restlichen 33% der Praxen — die Hartgesottenen, die Seniorzahnärzte kurz vor Rente, die Praxen mit 40 Jahre altem Faxgerät — schicken weiterhin Faxe. Und das ist in Ordnung. Das Labor hat beide Wege offen gelassen. Aber der Aufwand für diese 33% macht jetzt fast 70% der gesamten Kommunikationsarbeit aus.

Das ist der Punkt, den viele Laborinhaber unterschätzen: Nicht alle Praxen werden gleichzeitig umsteigen. Aber diejenigen die es tun, entlasten Ihr Team sofort und spürbar.


Was Zahnärzte von ihrem Labor wirklich erwarten

Hier ist eine unbequeme Wahrheit: Die meisten Zahnärzte wechseln nicht das Labor wegen des Preises. Sie wechseln wegen der Kommunikation.

Wir haben in Gesprächen mit Zahnarztpraxen drei Themen gehört, immer wieder:

1. Transparenz. “Ich will wissen, wo mein Auftrag ist, ohne anrufen zu müssen.” Kein Zahnarzt hat Zeit, täglich nachzuhaken. Wenn er selbst nachschauen kann, ist das Problem gelöst.

2. Verlässlichkeit bei Terminen. “Wenn ihr sagt Donnerstag, dann muss Donnerstag sein.” Einproben sind Termine. Der Patient ist im Stuhl. Wenn das Labor zu spät liefert, verliert der Zahnarzt Zeit und das Vertrauen seines Patienten.

3. Einfache Kommunikation. “Ich will nicht faxen müssen.” Das sagt auch der 58-jährige Zahnarzt, der seit 30 Jahren faxt. Er gewöhnte sich ans Faxen, weil es damals das Beste war. Er wechselt zu etwas Besserem, wenn jemand ihm das einmal kurz zeigt und der Übergang reibungslos ist.

Praxen verlassen ihr Labor nicht aus Böswilligkeit. Sie verlassen es, weil der nächste Anbieter einfach zugänglicher ist.


Wie man Praxen zum Umstieg bewegt — ohne sie zu überfordern

Der häufigste Fehler: Das Labor schickt eine Mail mit dem Betreff “Bitte ab sofort nur noch digital einreichen” und wundert sich, dass sich nichts ändert.

Praxen sind beschäftigt. Praxisinhaber haben keine Zeit für Systemwechsel. Rezeptionistinnen wollen keine neuen Logins lernen wenn alles auch so funktioniert. Das ist menschlich — und lösbar.

Schritt 1: Niedrigschwelligen Einstieg bieten. Ein gutes Portal braucht keine Installation, kein Schulungstag, keine IT. Browser öffnen, Zugangsdaten eingeben, Auftrag aufgeben. Wenn das in unter fünf Minuten erklärt ist, steigen die meisten Praxen bereitwillig um.

Schritt 2: Einen konkreten Nutzen kommunizieren. Nicht “wir digitalisieren unsere Prozesse” — das interessiert niemanden. Sondern: “Sie sehen ab sofort jederzeit den Status Ihrer Aufträge, ohne anrufen zu müssen.” Das ist ein echter Nutzen für die Praxis.

Schritt 3: Die technisch affinen Praxen zuerst. Praxen die bereits mit einem Intraoralscanner arbeiten, eine etablierte Praxisverwaltungssoftware nutzen und mit dem Thema vertraut sind — die sind offen für neue Tools. Fangen Sie dort an. Erfolgreiche frühe Nutzer empfehlen weiter.

Schritt 4: Den alten Weg nicht sofort kappen. Das Faxgerät bleibt erst mal stehen. Wer digital einreicht, bekommt schnellere Bestätigungen und besseren Service. Wer faxen will, kann das weiterhin tun — nur die Rückmeldungen kommen eben nicht so prompte. Kein Zwang, aber ein spürbarer Anreiz.

Schritt 5: Geduld mit Seniorzahnärzten. Ein Zahnarzt der 2028 in Rente geht, wird keine neue Software mehr lernen. Das ist eine Realität. Bauen Sie Ihren Fokus auf die Praxen auf, die Sie in fünf Jahren noch als Kunden wollen.


Das Fazit: Das Fax kostet Sie mehr als Sie denken

Es geht nicht darum, Technologie um der Technologie willen einzuführen. Es geht darum, dass jede Stunde die Ihre Mitarbeiterin mit Rückfragen verbringt, eine Stunde weniger für echte Laborarbeit ist. Dass jeder verlorene Auftrag nicht nur Geld, sondern eine Kundenbeziehung kostet. Und dass Zahnärzte — auch die konservativen — zunehmend von anderen Laboren erfahren, wie digital und reibungslos die Zusammenarbeit laufen kann.

Das Fax stirbt nicht heute. Aber jedes Labor das heute anfängt, seinen Praxen einen besseren Weg anzubieten, hat in drei Jahren einen messbaren Wettbewerbsvorteil gegenüber denen, die es nicht getan haben.

Systeme wie GetDent bieten Praxisportale an, die genau für diesen Übergang gebaut wurden — mit offenem Kanal für Fax-Einreicher und digitalem Workflow für die anderen. Kein Entweder-oder, sondern ein schrittweiser Weg raus aus dem Kommunikationschaos.

Ihr Faxgerät darf bleiben. Aber es sollte nicht mehr die erste Wahl sein.

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